Wie kann ich eine Website erstellen? – Teil 5: Welche Inhalte braucht eine Website?

Wer eine Website erstellt, fragt sich natürlich früher oder später, was eigentlich alles darauf zu finden sein soll. Nun ja, #datkommtdraufan. Zumindest teilweise, denn einige Dinge sind logischerweise unverzichtbar.

14. Mai 2021 Lesezeit: ca. 11 Minuten

Die Inhalte einer Website sind teilweise durch Richtlinien und Gesetze vorgegeben. (Foto: picjumbo.com)

Unabhängig davon, ob eine Website als statische HTML-Seite, mit einem Baukasten oder auf Basis eines CMS wie WordPress erstellt wird – die Frage nach den Inhalten ist überall nahezu dieselbe. Und wo fängt man dann an? Natürlich bei den Punkten, die unverzichtbar sind.

Technische Inhalte

Den groben Rahmen einer Website geben in erster Linie technische und rechtliche Komponenten vor. Zunächst einmal braucht eine Website natürlich mindestens eine Webseite, was in dem Fall mit der Homepage identisch ist. Falls ihr euch jetzt fragt, was da der Unterschied ist: Die Website ist die komplette Internetpräsenz, eine Webseite eine einzelne Unterseite derselben. Die Homepage bezeichnet die Startseite, also die Unterseite, die angezeigt wird, wenn man einfach nur die Domain (= die Adresse der Website) aufruft. Konkret gesagt: www.mats-noren.de ist meine Website, die beim Klick auf den Link erscheinende Startseite ist die Homepage und dieser Blogbeitrag ist eine Webseite.

Prinzipiell genügt also eine einzelne Unterseite, nämlich die Homepage. Das gilt insbesondere dann, wenn die Inhalte noch recht überschaubar sind. In dem Fall kann es durchaus sinnvoll sein, einfach eine kompakte Übersicht (auch als „Onepage/r“ bekannt) zu erstellen, die den BesucherInnen auf einen Blick alle relevanten Informationen präsentiert. Nicht fehlen sollten darauf Links zu euren Social-Media-Accounts wie Instagram, Facebook oder Youtube, wo ihr gerade im Fall eines Onepagers vermutlich regelmäßiger Neuigkeiten postet.

Rechtliche Inhalte

Mit der Homepage allein ist es allerdings nur inhaltlich getan. Da AutorInnen-Websites und auch die von DienstleisterInnen (z.B. Coverdesign, Buchsatz, Lektorat, Korrektorat, etc.) nicht als privat eingestuft werden (ihr habt schließlich grundsätzlich einen kommerziellen Hintergrund), benötigen sie auch ein Impressum (Generatoren dafür gibt es z. B. bei e-recht24.de und datenschutz-generator.de) und eine Datenschutzerklärung.

Beide Unterseiten müssen immer von jeder anderen Unterseite mit maximal zwei Klicks erreichbar sein. Sie dürfen also nicht zu sehr versteckt sein und auch nicht von anderen Elementen überdeckt werden. Die berühmte Cookie Notice am unteren Bildrand ist da oft ein Hindernis, wenn die Links zu Impressum und Datenschutzerklärung am unteren Ende der Webseiten (im „Footer“) platziert sind – das passiert sogar auf Websites von Bestseller-AutorInnen.

Die Cookie Notice ist übrigens nicht notwendig, wenn ihr keine oder ausschließlich erforderliche Cookies einsetzt. Ob das der Fall ist und welche Punkte die Datenschutzerklärung behandeln muss, hängt dann wieder individuell davon ab, was ihr auf eurer Website einbindet. In dem Zusammenhang sind die Hinweise eures jeweiligen Hosting- oder Baukasten-Anbieters hilfreich und ansonsten allgemein die Datenschutz-Generatoren von e-recht24.de oder datenschutz-generator.de zu empfehlen, die euch mit einer Art Fragebogen durch den Datenschutz-Dschungel führen. Standard-Abschnitte werden entsprechend empfohlen und wenn ihr nicht sicher seid, was alles aktiv ist, könnt ihr dies über die Entwickler-Tools eures Browsers herausfinden.

„Inhaltliche“ Inhalte

Während technische und rechtliche Faktoren also mehr oder weniger eindeutig vorgegeben sind, unterliegen die sonstigen Inhalte keiner so strengen Regelung. Das ist auch eigentlich nicht nötig, schließlich dient eine Website im Normalfall bekanntlich dazu, sich selbst und die eigenen Leistungen oder Projekte vorzustellen. Dementsprechend ist es natürlich sinnvoll, auch entsprechende Informationen zu hinterlegen.

Ob das nun eine ausführliche Vita, ein „Buch-Profil“ und ein Blog sind oder ob ein paar kurze Abschnitte auf der Startseite eines Onepagers ausreichen, müsst ihr im Endeffekt selbst entscheiden. Beispiele gibt es für alle Varianten genug, im Zweifelsfall schaut ihr euch einfach mal die Websites eurer LieblingsautorInnen oder KollegInnen eurer jeweiligen Branche an, um euch Inspiration zu holen.

Letztendlich wisst ihr aber selbst am besten, wie viel ihr über euch preisgeben wollt und was wichtig ist, um sich ein Bild von euch und euren Büchern und/oder Dienstleistungen zu machen. Und ja, die Leute mögen Bilder von den Personen, über die sie sich informieren – auch, wenn ich das auf meiner Website ganz zufällig komplett ignoriere ;)

Vita

So ganz in Stein gemeißelt ist eben nichts und auch die Informationen zu eurer Person müssen nicht schablonenhaft aussehen. Neben dem klassischen Lebenslauf gibt es diverse Optionen, den eigenen Werdegang darzustellen. Ihr könnt zum Beispiel ein Interview dazu nutzen, wie es Angelina Atieh zeigt, oder eine eher stichwortartige Timeline erstellen – für WordPress-Websites gibt es dafür das kostenlose Plugin „Gutenberg Blocks“ von Brainstorm Force, das auch gleich eine Demo anbietet.

Bei Cornelia Funke gibt es wiederrum einen ausführlichen Steckbrief im Stile eines „Freundebuchs“ und darüber hinaus auch ein paar Fun Facts zu entdecken. Je nach Genre kann es da natürlich auch ganz andere Optionen geben, z.B. ein „Führungszeugnis“ bei Krimis, „Technische Daten“ bei SciFi, „Chronik“ bei Fantasy etc. – ihr wisst am besten, was zu euch passt ;)

Veröffentlichungen

Ich selbst bin da ehrlich gesagt ziemlich einfallslos unterwegs und auch meine bisherigen Veröffentlichen werden hier relativ klassisch präsentiert. Es gibt einen kleinen Überblick auf der Startseite, der sich auch in einem Archiv widerspiegelt und jeweils über die Cover zu den einzelnen Detail-Seiten führt.

Dort bietet sich dann natürlich neben dem Cover auch der Klappentext an, ebenso zum Beispiel Links zu den wichtigsten Online-Shops, ein Buch-Trailer, News zum Buch und LeserInnen- und/oder Presse-Zitate. Ich bin da wie gesagt etwas sparsam unterwegs, aber ihr könnt euch mal bei Ella Stein anschauen, wie das aussehen kann.

Auch audiovisuelle Inhalte zu euren Geschichten können natürlich nicht schaden, etwa eine Online-Lesung von euch oder anderen. Bei Kinderbuch-Autor Daniel Bleckmann gibt es zum Beispiel entsprechende, kurze Videos und Eva Klocke hat zu ihrer Dystopie „Immuna X“ einen kompletten Hörbuch-Podcast aufgenommen.

Details zu Figuren und Orten

Natürlich bietet eine Website auch genug Raum, um neben den oben genannten Details zusätzliche Hintergrund-Informationen zu euren Geschichten zu veröffentlichen – Rita Falk hat ihrem Franz Eberhofer sogar gleich eine eigene Website gewidmet. Es geht aber auch im kleineren Rahmen innerhalb der eigenen Website ;)

So hat Ann-Katrin Zellner zu ihren Schwabenkrimis auch noch diverse Informationen in Form einer „Selbstvorstellung“ der Bücher bereitgestellt. Auf diese Weise könnt ihr dort zum Beispiel die handelnden Figuren und die Schauplätze näher kennenlernen. Ganz ähnlich präsentiert Katharina Drüppel die Details zu ihren Frankenkrimis und auch Mandy Domke stellt euch die Charaktere ihrer Jahreszeitenreihe vor.

Bei realen Schauplätzen bieten sich durchaus auch Bildergalerien an, idealerweise natürlich mit Fotos, die ihr selbst geschossen habt, oder die euch am Ort der Handlung zeigen.

Falls ihr in dem Zusammenhang Kartenmaterial von z.B. Google Maps einbinden wollt, müsst ihr allerdings darauf achten, dass die Karten erst mit Zustimmung der User geladen werden.
Auch wichtig: Screenshots von Google Maps dürft ihr als vermeintliche Alternative ebenfalls nicht einfach so verwenden, hier spielt das Urheberrecht eine Rolle (s. https://www.kanzlei-sieling.de/2016/11/30/google-maps-abmahngefahr-bei-screenshots/)! Stattdessen wäre dann z.B. OpenStreetMap eine Option.

Wenn ihr euch vor der Kamera wohlfühlt, könnt ihr die LeserInnen auch bei einem Videorundgang virtuell durch die jeweilige Stadt oder das Umland führen – zugegeben, das ist bei Regionalkrimis vermutlich leichter umzusetzen als bei SciFi-Dystopien ;)

Andererseits bieten sich gerade für Fantasy-AutorInnen umfangreiche Informationen zur geschaffenen Welt an – beispielsweise ebenfalls in Form einer interaktiven Karte, wenngleich die Umsetzung ohne reales Kartenmaterial nicht unbedingt die leichteste Übung für Laien ist. Infos und ggf. Illustrationen zu den Figuren und Schauplätzen sowie ggf. Magiesystemen oder Ethnien etc. können aber auch ganz klassisch auf Unterseiten erklärt werden.

Presse und Termine

Auch Pressematerial (in erster Linie hochauflösende Fotos von euch) könnt ihr zum Download bereitstellen – gute Bilder in verschiedenen Formaten (Hoch- und Querformat) und Motiven steigern immer die Chancen, in der Zeitung und sonstigen Medien aufzutauchen. Wenn ihr das geschafft habt, könnt (oder solltet?) ihr die Berichterstattung in Form einer „Presse-Mappe“ sammeln.

Anschauungsunterricht gibt es erneut bei Ella Stein und Katharina Drüppel oder bei Antonia Vitz, wo auch ihre Termine für und Rückblicke auf Lesungen nicht zu kurz kommen. Dabei muss es selbstverständlich nicht die „klassische“ Lesung vor Ort sein, in Zeiten von Pandemie und Lockdowns haben sich schließlich auch Online-Lesungen via Instagram live etc. etabliert.

An der Stelle sei noch einmal auf das wunderbare Gespräch von Ella Stein und Fritzi van Ribbeck hingewiesen, in dem sie sich über meine Kurzgeschichte „Alles andere als geplant“ unterhalten und damit dafür gesorgt haben, dass dieser Beitrag zur AuthorsChallenge nicht ein unbeachtetes Dasein unter dem Radar fristen musste ;) Ansehen könnt ihr euch das gesamte Video auf Ellas Instagram-Account.

Newsletter: Immer auf dem Laufenden

Damit die Besucher eurer Website und damit eure LeserInnen auch unabhängig von Social Media immer auf dem Laufenden über eure Aktivitäten sind, könnt ihr einen Newsletter anbieten und die Anmeldung dazu auf eurer Website einbinden – achtet hier aber auf jeden Fall auch wieder auf den Datenschutz und welche Maßnahmen die unterschiedlichen Anbieter zur Einhaltung der DSGVO ergreifen (vgl. e-recht24.de/artikel/ecommerce/6534-newsletter-rechtssicher-erstellen-und-versenden.html und drschwenke.de/mailchimp-newsletter-datenschutz-muster-checkliste/). Im Zweifelsfall ist ein externer Link mit entsprechendem Hinweis ein guter Plan B.

Blog und News

Wenn ihr einen Newsletter anbietet, habt ihr vermutlich auch genug Neuigkeiten zu verkünden, um einen eigenen Blog zu betreiben – der auch wunderbar als Ergänzung zu euren Social-Media-Beiträgen dienen kann. Die Beiträge hier sind für Instagram beispielsweise viel zu umfangreich, so dass dort eine komprimierte Form auf die ausführliche Variante hier verweist.

Dementsprechend wäre es auch sinnvoll, im Newsletter auf eure Website verweisen, indem ihr zum Beispiel neue Blogbeiträge nur anteasert und dann verlinkt. Der Vorteil dieser Methode: Eure Website bleibt in Erinnerung und ihr habt im Blog selbstverständlich viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten als in einem Newsletter oder auf Social Media.

Aktuelle Projekte

Zu den aktuellen Neuigkeiten gehören natürlich auch eure in Arbeit befindlichen Projekte. Die könnt ihr selbstverständlich wie eure Veröffentlichungen auch schon vor der Veröffentlichung auf einer eigenen Unterseite vorstellen und den gegenwärtigen Fortschritt dokumentieren – ihr habt sicherlich schon mal irgendwo die berühmten „Ladebalken“ gesehen, die auf einen Blick verdeutlichen, wann man grob mit dem nächsten Buch (oder Band einer Reihe) rechnen darf. Ich verzichte allerdings darauf, weil sich ein rückwärts entwickelnder Status nicht ganz so gut macht … ;)

Bonusmaterial (Bonuskapitel, Drabbles, Kurzgeschichten)

Um die manchmal lange Wartezeit auf die nächste Veröffentlichung zu verkürzen, bietet sich eine Website auch gut als Anlaufstelle für kostenloses Bonus-Material an. Das können zum Beispiel zusätzliche Kapitel sein, die es entweder aus irgendwelchen Gründen nicht ins Buch geschafft haben oder erst nach dessen Veröffentlichung entstanden sind. Auch kürzere Texte wie Drabbles (s. wieder bei Ella) oder Kurzgeschichten (wie bei Ann-Katrin) können hier kurzfristig veröffentlicht und – anders als z.B. auf Instagram – zugleich übersichtlich gesammelt werden.

Blogger-Team

Beim Stichwort Übersicht bietet sich auch eine Aufstellung eures Blogger-Teams an, falls ihr im Rahmen eurer Buchveröffentlichungen regelmäßig mit BloggerInnen zusammenarbeitet. Fragt sie einfach mal, ob ihr sie auf eurer Website erwähnen und natürlich verlinken dürft. Gerade bei festen Blogger-Teams ist das naheliegend, s. beispielsweise beim Bookapi-Verlag oder beim Federherz-Verlag (jeweils etwas nach unten scrollen). Auch dafür bringt übrigens das oben erwähnte WordPress-Plugin „Gutenberg Blocks“ schon eine entsprechende Option mit.

Dienstleistungen

Seid ihr nicht oder nicht nur als AutorIn aktiv, solltet ihr natürlich auch bzw. sogar in erster Linie eure Dienstleistungen und Angebote vorstellen. Erklärt dabei aber nicht nur mechanisch, was ihr macht, sondern vielleicht auch, warum und wie (Nina erklärt das zum Beispiel auf ihrer Website sehr schön). Beispielsweise gibt es ja LektorInnen, die sich ganz bestimmten Bereichen widmen, weil sie dort aufgrund von Ausbildung oder Beruf über besondere Expertise verfügen. Im Bereich des Coverdesigns und Buchsatzes könnten die üblichen Abläufe (Erstgespräch, Entwurf, Korrekturschleife(n), etc.) für Transparenz sorgen und erstaunte Nachfragen vermeiden.

In dem Zusammenhang sind aussagekräftige Referenzen natürlich auch ganz besonders vorteilhaft, ebenso wie Stimmen von zufriedenen KundInnen. Falls ihr feste Preise berechnet (beispielsweise pro Normseite oder für ein bestimmtes Designpaket), könnt ihr die selbstverständlich auch direkt nennen – inkl. der konkret enthaltenen Leistungen (z.B. einer Korrekturschleife) oder möglicher Rabatte bei der Kombination von verschiedenen Leistungen (z.B. Korrektorat + Lektorat).

Shop

Falls ihr sogar Produkte zum Verkauf anbietet, könnt ihr natürlich auch einen Online-Shop auf eurer Website einbinden. Das können zum Beispiel eure Bücher sein (als Schmuckausgabe oder als Buch-Box) oder dazu passendes Merchandise (beispielsweise Buchkerzen oder Tassen) und Cover-Designer haben ja auch gerne mal Premades auf Lager.

Beachtet bei einem Shop aber immer, dass es für den Betrieb einige zusätzliche Hürden hinsichtlich Datenschutz und Gewerbebetrieb (s. https://service.wirtschaft.nrw/top-10/gewerbe-anmelden) und darüber hinaus diverse rechtliche Aspekte gibt, die erfüllt sein müssen. Da bin ich dann allerdings leider nicht der richtige Ansprechpartner, die Google-Suche führt euch aber sicherlich zu kompetenten und offiziellen Beratungsstellen wie Gewerbe- oder Finanzämtern oder Industrie- und Handelskammern, die oft auch GründerInnen beraten oder Informationsmaterial bereitstellen.

Fazit

Wer als AutorIn oder DienstleisterIn eine Website erstellt, benötigt neben mindestens der Startseite auch ein Impressum und eine Datenschutzerklärung. Darüber hinaus sind die Inhalte im Prinzip völlig frei wählbar. Je nachdem, welche Inhalte eingebunden werden, könnten aber weitere Maßnahmen notwendig sein, um Datenschutz- oder sonstigen rechtlichen Vorgaben zu genügen. Im Zweifel hilft das gute alte Prinzip „Wie machen’s denn die anderen?“ – schaut euch also ruhig mal auf den Websites anderer AutorInnen, LektorInnen oder DesignerInnen um, wenn ihr noch so gar keine Idee habt, wo ihr anfangen sollt.